"Cyligen" bedeutet eigentlich "klein" und so wurde das Bad lange Zeit als das "Cylgen- (Kleines) Bad" bezeichnet. Diese Lesart ist nicht ganz richtig: Bereits die erste Erwähnung des Bades im Urbar des Klosters St. Katharina von 1309 spricht von einer "múli bi dem Niederen werde bi des Zilien batstuben". Und auch in einer Urkunde vom 8. Mai 1331 über einen Tausch von Zinsen zwischen dem Ritter Gottfried von Schlettstadt und dem Heiliggeistspital ist von einer Badestube in der Vorstadt, genannt "des Cyligen badestube" die Rede. Diese Urkunde enthält bei näherer Betrachtung nicht nur einen Hinweis auf den eigentlichen Begründer der Badestube, sondern sagt auch etwas über das vermutliche Alter derselben aus. Der in der Urkunde erwähnte Gottfried von Schlettstadt war der erste Bürgermeister Freiburgs. Das Amt wird erstmals 1291 erwähnt. Ihm folgt Konrad der Zilige (1292/93) nach, der dem Patriziergeschlecht der Atschier (Ätscher) entstammte und ein Bruder Johannes des Stroufers, Rudolf des Spiegelers und ein Halbbruder Liutfrit Ätschers war. Verheiratet war er mit einer Frau Elsbeth, die in einer Urkunde von 1321 einen Gottfried von Schlettstadt als ihren Sohn bezeichnet. Somit könnte Gottfried von Schlettstadt der Sohn oder zumindest der Stiefsohn Konrads des Ziligen gewesen sein. Eine Verkaufsurkunde vom 11. Februar 1320 scheint dies zu belegen. Dort steht in der Reihe der Zeugen: "Cunrat der Cilige, Gotfried von Slettstat Cunrades sel. sun". Hinzu tritt, daß Gottfried von Schlettstadt in der obenstehenden Urkunde von 1331 ja im Besitz des Bades ist, das zu dieser Zeit als "des Cyligen badestube" bezeichnet wird und das er vielleicht von seinem (Stief-) Vater geerbt hatte. Aller Wahrscheinlichkeit nach richtete also bereits Konrad der Cylige das Bad ein oder besaß es zumindest eine längere Zeit, so daß sich der Name des Bades in dieser Form herausbilden konnte. Somit wäre es bereits im 13. Jahrhundert eingerichtet worden.
Im weiteren Verlauf des 14. Jahrhunderts taucht die Badestube in Urkunden noch mehrfach als Ortsbeschreibung auf: So 1334 , 1344 , 1374 und 1377. 1389 betreibt ein Scherer die Badestube, dessen Name jedoch nicht genannt wird. 1409 wird sie wiederum als Ortsangabe erwähnt.
Die Lage des Bades selbst wird erst in einer Verkaufsurkunde der "Öltrotte zum Paradies" vom 10. Dezember 1415 näher beschrieben. Diese lag "neben Zilies Badstube, gegenüber der Mühle des Freiburgers." Käufer der Trotte war Lutfried Ätscher, der ebenfalls dem Patriziergeschlecht der Ätscher entstammte, was darauf hindeutet, daß diese auch noch zu Beginn des 15. Jahrhunderts in der Schneckenvorstadt über einigen Besitz verfügten. Dieser Besitz wies im Bereich der heutigen Straße "An der Mehlwaage" und der "Metzgerau" eine gewisse Konzentration auf. Denn die in dieser Urkunde erwähnte "Öltrotte" und die Mühle "des Freiburgers", standen "im Paradies".
Die Cyligen-Badestube ist vor allem aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte interessant. Sehr viel läßt sich über sie auch nicht mehr berichten: 1561 wird das Haus an Hans Elenbast von Alenspach und 1562 als ein "Haus, genannt das Zilgenbad", an den bereits mehrfach erwähnten Bader Conrad Zuckher verkauft. Die laufenden Zinszahlungen werden dabei in zwei gleichlautenden Urkunden festgehalten. Es steht, wie an anderer Stelle bereits ausgeführt, zu vermuten, daß das Haus zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr als Bad genutzt wurde.
Bis um das Jahr 1666 scheint dies auch so geblieben zu sein. Zu dieser Zeit lebt in dem Haus jedoch Ursula Bürckhlerin, die Mutter des Baders Simon Birckhenmeier, der wenig später aus dem Haus wieder eine Badestube macht. Wahrscheinlich einer Reihe von Hörfehlern in der Folgezeit ist es zu verdanken, daß das Bad zunächst als "Dilcher-" und später als "Silcherbad" bezeichnet wird. Letzteres im Zusammenhang mit einer Geldaufnahme Simon Birckhenmeiers. Er hatte kurz zuvor Susanna Horber geheiratet und hatte mit ihr drei bekannte Kinder: Maria Franziska (*1691), Anna Katharina (*1694) und Franz Joseph (*1697). Wie lange das Bad diesmal Bestand hatte, konnte nicht geklärt werden. Sicher ist nur, daß es 1775 kein Bad mehr war.